Stefanie Schneider, einer DER Größen in der Polaroid-Fotografie mit ihrem Projekt Sidewinder bzw Strange Love bzw 29 Palms bzw Renee's Dream (was nun? ich bin verwirrt!). Ah... Das Projekt hieß ursprünglich "Strange Love". Der daraus entstandene Kurzfilm heißt "Sidewinder". Die Polaroids und das Buch dazu heißen "29 Palms". Richtig?
Auf Berlin Online gabs auf jeden Fall einen interessanten Bericht über Stefanie Schneider, wie sie zur Sofortbildfotografie kam, welchen Einfluss der Zufall auf ihr Leben hat, und unter andrem auch, wie das oben erwähnte Projekt entstanden ist.
Sarah Small macht seit 12 Jahren jeden Tag ein Polaroid von sich selber (und will es ein Leben lang weiterführen). Sichtbar gemachte Erinnerungen. Polaroids als Tagebuch. Eine alte Polaroid Werbung versprach mal There's only one camera system you can buy, that lets you hold the picture in your hand while you still hold the feeling in your heart. Mittlerweile gibts es mehr als nur dieses eine System. Aber die Magie des Momentes vermittelt meiner Meinung nach die Sofortbildkamera immer noch am besten.
So sah Sarah Smalls Zimmer übrigens nach 6 Jahren aus:
So nach 10? Auf jeden Fall sehr beeindruckend. Und wenn ich das Bild bzw ihr Zimmer so sehe, lässt mich der Gedanke der Traum- bzw Gedanken/Erinnerung-Metapher wirklich nicht los.
... das Japanisch-Deutsch Wörterbuch, das wir schon scherzhaft auf meine Literaturliste setzen wollten (den Grund dafür stelle ich ein andermal vor), wäre ja vielleicht wirklich gar nicht so übel beim Thema Polaroid.
Aber das einzige, das ich verstehe, ist ポラロイド was soviel wie Polaroid heißt (glaube ich zumindest, zumindest taucht diese Zeichenfolge oft bei Polaroid-Youtube-Videos auf. Könnte aber natürlich auch alles andere heißen..) und "Welcome.. Beyond.. Photography" .. Auch passend irgendwie. Befriedigt mich jetzt aber nicht wirklich. Also eigentlich gar nicht. Any suggestions or explanations?
... hat der Oberösterreicher Franz Edtberger (zumindest laut eigener Aussage). Nach den Bildern von gestern, die übrigens, wie ich nachgelesen habe, von einer HongKonger "Collection Show" stammen, bin ich mir nicht mehr ganz so sicher..
Trotzdem ziemlich imposant, was sich alles in seiner Kammer versteckt. Seine Sammlung hat er auch schön kategorisiert und als Liste veröffentlicht. Reinschauen lohnt sich. Copyright für das Bild oben liegt bei ihm.
Ach, was werde ich gleich gut träumen... Mit Pachelbels "Canon in d" im Ohr und diesen wundervollen Bildern von wundervollen Kameras (Objektivität ist für heute aus.) wünsche ich eine gute Nacht.
Polaroids sind bildgewordene Erinnerungen. Festgehalten für die (vermeintliche) Ewigkeit. So könnte es einem zumindest vorkommen, wenn man diverse private Polaroid-Sammlungen durchsieht.
Besonders eindrucksvoll ist das fotografische Tagebuch des New Yorker Fotografen/Filmmachers Jamie Livingston (geb. 25.10.1956 - gest. 25.10 1997). Am 31. März 1979 begann er, jeden Tag seines Lebens mit einem Polaroid festzuhalten. Schon bald merkt man, wie die Krankeit sein Leben immer mehr vereinnahmt, bis wir im Oktober 1997 mit dem letzten Polaroid Abschied nehmen müssen. Von einem Mann, den wir eigentlich nicht kennen, wir aber trotzdem ein bisschen das Gefühl haben, es zu tun.
Ein paar Bilder sind abhanden gekommen, doch die restlichen 6697 Polaroids wurden von Hugh Crawford und Betsy Reid in der Ausstellung "JAMIE LIVINGSTON. PHOTO OF THE DAY: 1979-1997" veröffentlicht. Begleitend gibt es eine Homepage mit allen Bildern.
Wer nicht durchklicken will, kann sich dieses kurze Video ansehen, das einen Auszug seines Lebens zeigt.
Ab Min 2:45 fangen die Ladies plötzlich an, Polaroids zumachen und sie wie wild herumzuwedeln. Die Umschreibung Shake it like a Polaroid Picture soll sich sogar seit dem obigen Video "Hey Ya!" von Outkast im allgemeinen Sprachschatz eingebürgert haben. Das Urban Dictionary hilft weiter:
Comes from the song Hey Ya! by a group called Outkast intoning women to shake it out on the dance floor. Refers back to when people used to wave around or fan their instant photos in order to dry them. The popularity of this song/phrase caused the Polaroid company to put out a press release warning people NOT to shake today's Polaroids because it would ruin them.
Sogar CNN nahm es als Anlass, die Pressemeldung zu verbreiten. Der Mythos, dass Polaroids während dem Entwickeln gewedelt werden sollten, kommt noch aus den alten Tagen, in denen die Entwicklerlösung in Kontakt mit der Luft kam und so getrocknet werden konnte. Der heutige Integralfilm, das was mittlerweile ein jeder unter Polaroid versteht, besitzt allerdings über eine Schutzfolie über dem sich selbst entwickelndem Bild. Das Shaken ist demnach also nicht nur unnötig, sondern kann auch zu Entwicklungsstörungen führen (die ja durchaus auch erwünscht sein können). EinesTages von Spiegel Online fragt gerade deswegen, weil sich dieser Gedanke so festgesetzt hat: Wedeln oder Flachlegen? Die Antwort ist klar: Flachlegen, auch wenn CNN recht hat. Lay it on a flat surface like a Polaroid picture klingt nicht annähernd so cool wie shake it like a Polaroid picture.
Die Polaroid Corporation, die spätestens nach der Übernahme durch die Petters Group so richtig ins Straucheln kam, und im Dezember 2008 (nach 2001 wiederum) ein Insolvenzverfahren beantragte, ist nun in das digitale Geschäft umgestiegen. Seit 2007 werden bereits keine analogen Sofortbildkameras hergestellt, 2008 wurde auch die Produktion der Filme eingestellt, der Vorrat soll allerdings noch bis Ende 2009 reichen. Das dies nicht nur Konsequenzen für die Verbraucher hat, zeigt die nachfolgende Photo-Story von Michael Blanchard, der die Schließung des Polaroid World Headquarters in Waltham dokumentiert und die Angestellten ein letztes Mal zu Wort kommen lässt. It was a good ride (..) and here we are..
Ein Teil meiner Arbeit beschäftigt sich damit, wie sich die Polaroid Corporation vermarktete und wieso diese fotografische Technik in ihrer Zeit einen so großen Erfolg hatte und sich so großer Beliebtheut erfreuen durfte.
Welche Vorteile diese Technik brachte, als sie neu auf den Markt kam, und welche Werte die Polaroid Corporation damals vertrat, lässt sich am besten in den zahlreichen Werbespots erkennen.
Hier ein Auszug der, meiner Meinung nach, Besten:
Wer hätte ihn erkannt? Dr. House demonstriert uns in jungen, beziehungsweise nennen wir es mal "jüngeren" Jahren, wie einfach es doch ist, mit dem "eingebauten Computer" der Polaroid-Kamera ein perfektes Bild zu machen, ohne auf profesionelle Hilfsmittel angewiesen zu sein. Just press the perfect picture.
Selbst the Muppets habens erkannt, Polaroid means fun. Kermit und die Anderen vermitteln uns gleich zwei interessante Aspekte der Sofortbildfotografie. Zum einen: Sofortbildfotogafieren (ob es dieses Wort gibt?) ist ein sozialer Prozess. Kaum kommt das Bild aus der Kamera, und ist noch nicht mal sichtbar, schon versammeln sich alle um das Bild. Jeder will es sehen. Es in Händen halten. Auch wenn es noch gar nicht sichtbar ist. Aber, wie Kermit der Frosch erkennt: Polaroid cameras let you see the picture before the candle goes out.
Dieses Video in einem kurzen Satz zusammenzufassen, ist eigentlich fast unmöglich. Mit der SX-70 wurde hier *die* Kultkamera schlechthin vorgestellt. Nicht nur das schlichte und vorallem innovative Faltsystem der Kamera war neu, sondern auch, dass diese Kamera als Spiegelreflex-Version erhältlich war. Dieser Film (der schon fast nicht mehr als Werbung gezählt werden kann, sondern mehr als Dokumentation) zeigt nicht nur die diversesten Einsatzmöglichkeiten, sondern auch die richtige Handhabung der Kamera und die Vorgänge, die nach dem sanften Druck auf den Knopf in der Kamera vorgehen. Wobei ich bezweifle, dass dies für Menschen, die die Anweisung Now rest the camera on your chin. Bring your eye to the viewing lense. tatsächlich brauchen, verständlich ist.
Und zum Schluss noch der Polaroid Ohrwurm schlechthin. Neben dem eingängigen Song der geschickt die Einfachheit und vorallem den preislichen Vorteil der Kamera anpreist, die es nun für 19.95 Dollar - It's only nineteen dollars - and ninety-five - für jeden gab, zeigt auch dieser Werbespot wiedermal, dass Polaroids die Gemeinschaft bereichern. Nicht nur in der Gruppe, sonder auch bei vertrauten und erotischen Momenten am Strand; und die Kamera ist immer dabei. Der Vorteil: Sonst niemand. Das Bild ensteht komplett, ohne dass das Bild im Labor entwickelt werden muss. Soll das Bild also niemand sehen, sieht es auch niemand. Es sei denn, das It's more than a camera. It's almost alive. wird zu wörtlich genommen.
Natürlich gibts noch viel mehr Werbespots, doch die gibts ein andermal :)
Weil sich der Titel meiner Bachelorarbeit geradezu anbietet, einen Blog dazu zu veröffentlichen, konnte ich einfach nicht widerstehen. Hier ist er. What will happen? We will see..